Die Suche nach dem grünen Gold
Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin namens Mosha. Ihr langes blondes Haar glänzte wie Gold in der Sonne und ihre türkisen Augen funkelten wie ein Bergsee im Gebirge Keppelimme.Sie hatte eine bezaubernde Schwester namens Prinzessin Hanni, deren Haar in der Farbe von alleredelstem Kupfer schimmerte . Ihre blauen Augen leuchteten jeden Tag mit dem strahlenden Sommerhimmel um die Wette.
Die beiden lebten mit ihrer Mutter, der schönen Königin Suggi von und zu Breuria in einem prächtigen Schloss in ihrem Reich Forsbachien.
Fast jeden Tag machten sie herrliche Ausflüge mit dem zahmen, schwarzen Wolf Kira im märchenhaften Königsforst, der direkt an ihre Ländereien an grenzte und flanierten über die von leuchtenden Feen bevölkerten Lichtungen.
Die stolze Königin regierte gerecht, war gütig und im ganzen Land überaus beliebt.
Doch nicht immer hatte es Wohlstand und Frieden in Forsbachien gegeben...
18 Jahre zuvor...
Einst war das Volk von dem grausamen Trollkönig Hubnut unterdrückt worden, es herrschten Elend, Armut und Verzweiflung.
Doch eines Tages nahte die Rettung der Forsbachier in Form eines glorreichen Ritters. Er kam aus einem fernen Land und hatte von der Versklavung des einst so stolzen und wohlhabenden Volkes gehört. Auf einem riesenhaften schwarzen Wolf kam er in seiner glänzenden Rüstung über den Kaulen- pass über das Leppekemmi Gebirge, dass Forsbachien von dem benachbarten, kriegerischen Königreich Bensbronx abgrenzte und gleichzeitig schützte. Der geheimnisvolle Ritter zog seinen Smaragdgrünen Zauberbrieföffner und verjagte das Trollgesindel zurück in die Löcher aus dem es gekrochen war.
Er befreite die Königstochter Suggi, die der Tyrann am Leben gelassen hatte, da er eine ausgesprochene Schwäche für das Schöne und wertvolle auf der Welt hatte.
Als der Edelmann den Turm bestieg in dem die Schöne seit 17 Jahren in einem tiefen, magischen Schlaf lag, und er sie nach 385 Stufen und völlig außer Atem, endlich erblickte war es sofort um ihn geschehen. Sie lag in einem lavendelfarbenden Nachthemd auf einem Bett. Ihre dunkle Lockenpracht war zerwühlt nach all den Jahren Schlaf, die kirschroten Lippen leicht geöffnet, einen silbern glitzernder Spuckefaden hing elegant aus ihrem Mundwinkel. Als er den Raum betrat öffnete die Königstochter die von dichten, dunklen Wimpern umrandeten Augen.
Er kniete vor ihrem Lager nieder, nahm den Ritterhelm ab uns stellte sich als Ritter Albertus von Weitweg vor und bat sie um Erlaubniss sie erretten zu dürfen. Noch etwas verschlafen und sichtlich verwirrt gestattete sie dem gutaussehenden Ritter ihre Befreiung.
Die Prinzessin wurde zur rechtmäßigen Herrscherin und Königin von Forsbachien gekrönt. Es gab ein prächtiges Festessen für das ganze Volk, und als erste Amtshandlung senkte sie die Steuern um 75% und führte die staatlichen Krankenversicherungen für alle ein. Mit diesen gütigen Gesten hatte die das Herz ihres zerlumpten Volkes sofort für sich gewonnen.
Ritter Albertus blieb für eine Weile an ihrer Seite und half ihr die Wirtschaft wieder aufzubauen. Es gab einen Aufschwung und das Land erholte sich schnell wieder von der Krise.
Nach 2 Monaten nahm der edle Ritter die schöne, junge Königin zur Ehefrau und bald darauf gebar sie 2 entzückende Töchter.
Nur wenig später musste Albertus seine junge Familie verlassen, seine Hilfe wurde in einem der südlichen Länder dringend benötigt. Er hatte es so eilig dem leidenden Volk zur Hilfe zu kommen, dass er glatt sein treues, pfeilschnelles Reittier, die schwarze Wölfin, vergaß.
Die Königin zog die beiden Mädchen alleine zu 2 außergewöhnlichen Persönlichkeiten auf. Die Wölfin adoptierte sie als Hof-haustier und gab ihr den Namen Kira.
Hanni war zu einer bodenständigen, freundlichen und starken jungen Frau herangewachsen, während ihre jüngere Schwester Mosha sehr träumerisch war und oft abwesend wirkte. Sie lag oft stundenlang im federweichen Gras des Königsforstes und blickte in die vorrüberziehenden Schäfchenwolken, während die Feen kichernd in ihrem langen, goldenen Haar spielten.
Alle verehrten die beiden schönen Prinzessinnen, und unter der Führung von Königin Suggi wuchs und gedeihte alles und das Volk erlebte einen nie dagewesenen Wohlstand.
Doch natürlich dauerte die glückliche, sorglose Zeit nicht ewig an und als Prinzessin Hanni fast das Heiratsalter erreicht hatte, bahnte sich eine neue Bedrohung in Form des Sohnes vom Trolltyrannen Hubnut, der mittlerweile seinem fortgeschrittenen Alter erlegen war, an.
Unter dem Land hatten die Trolle eine Felsstadt erbaut, wo sie komplett ohne Tageslicht lebten.
Hubnuts Sohn, Ungernut hatte sich eine Woche vor Hannis Geburtstag, zum König des unterirdischen Reiches, genannt Felsreich, krönen lassen. Er hatte die Grafentochter Duniathilde geheiratet, die als unglaublich habgierig und skrupellos galt und nach unermesslichem Reichtum strebte.
Ungernut war ein mürrischer, fauler und unfreundlicher Zeitgenosse. Sein Schlafmangel den seine beiden neugeborenen Söhne durch permanentes Geschrei erzielten, machte ihn ungewohnt einfallsreich, denn er sehnte sich nach einem stillen Rückzugsort wo er in Ruhe schlafen könne. Doch in jedem einzelnen Raum in seiner Festung, der genau unter dem Palast der Königin stand, konnte er die beiden plärren hören. Das Gehör der Trolle hatte sich durch die ständige Finsternis verschärft, um die fehlende Sehkraft auszugleichen.
König Ungernut fasste einen Plan und beauftragte seine Baumeister damit einen Raum über der Festung zu schaffen, der nach unten so dicke Mauern wie möglich haben sollte um den Schall abzuhalten.
Sie stellten die Höhle schnell fertig, und Ungernut hatte endlich seine lang ersehnte Ruhe.
4 Tage nach Hannis 18. Geburtstag, sank Ungernut zum ersten Mal mit einem glücklichen Seufzen in seinem neuen Gemach in seine weiche Daunenbettwäsche. Er hatte die Augen gerade geschlossen und sich eingekuschelt, als plötzlich laute Musik und gestampfe sein empfindliches Gehör zu quälen begann.
Nur wenige Meter über ihm befanden sich Prinzessin Moshas Räume, die gerade den Drang verspürte etwas zu tanzen.
Ungernuts Augen verengten sich zu hasserfüllten Schlitzen und sannen auf eine Rachemöglichkeit um seinen zerstörten Traum von Ruhe und Schlaf zu rächen!
Vom Schlafentzug vollkommen in den Wahnsinn getrieben, befahl er seinen Arbeitern die Decke zu durchbrechen um die Prinzessin zum schweigen zu bringen, anstatt der gütigen Königin einfach eine Schnellbotschaft zukommen zu lassen und um Ruhe zu bitten. Als die von ihm vorgeschickten Kämpfer schließlich im Zimmer der jungen Mosha standen, war von dem Mädchen weit und breit nichts mehr zu sehen oder zu hören.
Ungernut tobte vor Rachsucht, denn die Musik die so laut durch seine Gemächer geschallt war hatte ihm Kopfschmerzen bereitet, die ihn nicht gerade besänftigten. Er schickte seine Spezialeinsatztruppe los um ihm die laute Prinzessin als Gefangene zu bringen. Sie sollte als Geisel eingesetzt werden. Im Tausch gegen einen GARANTIERT Schalldichten Raum, würde er sie unverletzt zurück senden, wenn die Königin den Wunsch nicht erfüllte, solle das Mädchen auf ewig in den Minen unter Tage schuften.
Die Spezialmannschaft schwärmte in das Schloss an der Oberfläche aus. Völlig geblendet vom ungewohnten Licht und der strahlenden Pracht des Palastes, suchten sie fast so blind wie Maulwürfe nach der Prinzessin.
Die einzige Person die sich an jenem schicksalhaften Tag im Palast befand, war die Königin selbst.
Die gesamte Dienerschaft hatte einen freien Tag und die beiden Mädchen waren im Königsforst spazieren.
Das einzige Lebewesen dass mitbekam was der Königin wiederfuhr war die alte Wölfin, doch die war in der Küche eingesperrt und konnte nur hilflos durch die Katzenklappe zusehen und knurren.
Königin Suggi lag entspannt in der königlichen Badewanne und nahm laut singend ein Schaumbad, als die Trolle in den Raum stürmten, ihr einen Sack überstülpten und sie unbekleidet und voll mit Schaum in die Unterwelt schleiften.
Dort angekommen fiel der Irrtum schnell auf.
Der Trollherrscher erklärte der Königin sein Problem, nachdem diese Kleidung zur Verfügung gestellt bekommen hatte.
Die beiden Verhandelten vernünftig und kamen schnell zu einer Lösung: die Königin würde den Schalldichten Raum für den Schlaflosen Troll bauen lassen, und sie dürfe wieder an die Oberfläche zu ihrem Schaumbad. Bis zum nächsten Mond, so versprach sie, wäre der Raum fertig.
Dies hätte bestimmt reibungslos geklappt und alle wären glücklich gewesen, hätte die gierige, unglückselige Duniathilde nicht eine Chance auf Reichtum gewittert. Die Prinzessinnen würden bestimmt eine Menge geben um ihre geliebte Mutter zu befreien.
Sie überzeugte ihren Mann, der zu diesem Zeitpunkt nur noch ein Nervenbündel war, und er konnte ihren Überzeugngsversuchen nicht lange standhalten.
Als sie darüber nachdachten was sie verlangen könnten, fielen Duniathilde die Worte eines Bettlers, der dafür bekannt war hellseherische kräfte zu besitzen.
"Das Gold von größtem, geradezu immensem wert, findet sich an der höchsten Stelle, des tiefsten Tals im Keppelimme Gebirge, der sagenumwobenen Kaule! Dort findet sich das magische GRÜNE GOLD!"
So verlangte sie also nach dem GRÜNEN GOLD, in der festen Überzeugung es handle sich um Gold oder Edelsteine.
Woher sollte sie denn auch wissen, dass dieser alte Mann keinesfalls hellseherische Fähigkeiten hatte, sondern lediglich Halluzinationen, nachdem er etwas zu viel grünes Gold in seinem Pfeifchen geraucht hatte.
Aber wir verzeihen dem alten Stoner mal, denn ohne ihn gäbe es diese Geschichte und dieses Abenteuer garnicht.
Also, los gehts!!
Prinzessin
Mosha lag auf einer Wiese und blinzelte schläfrig ins Sonnenlicht.
Sie
drehte sich zur Seite und erblickte einen kleinen Pilz mit
himmelblauem Hut und lila Tupfen, der im Schatten der Tannen am
Waldrand wuchs. Sie stand auf um ihn zu pflücken, betrachtete ihn
lange und steckte ihn schließlich in den Mund. Er schmeckte leicht
süßlich und zufrieden legte sich die Prinzessin wieder auf die
Lichtung und genoss die Wärme auf ihrem Gesicht.
Hanni
hatte ihren freien Tag mit einem Ausritt in die Provinz Rossrath
verbracht, wo sie sich mit ihrer Freundin, der Fürstentochter
Melliwin, getroffen hatte. Kurz vor dem Abendmahl erreichte ein
Reiter mit dem Wappen der Königin den Landsitz von Fürst
Bäckerbert.
Völlig
außer Atem und total aufgelöst stürmte er in den Hof und
verlangte, ohne jegliche Erklärung abzugeben, auf der Stelle die
Kronprinzessin zu sprechen.
Als
Hanni erschien stürzte er zu ihr, küsste (warum auch immer, sowas
war zu der Zeit eher unüblich) den Boden zu ihren Füßen und
bat um die Erlaubnis zu reden.
„Ja
klar, aber nehmen sie doch bitte ihre Zunge vom Fußboden!“ sagte
Hanni.
„Verzeihen
sie, meine Gnädigste, aber... Aber ihre...“ stammelte er „Ihre
Mutter, die Königin!“
Hanni
runzelte die Stirn. „Was ist mit meiner Mutter? Sprich, und hör
auf so wirr zu reden!“
„Verzeiht!
Sie ist verschwunden, oh meine Prinzessin! Sie wurde entführt!!
Alles was wir fanden war ein kalt gewordenes Schaumbad und eine Spur
bis zu einem Loch im Boden des Gemachs eurer ehrwürdigen Schwester.
Und der königliche Wolf war im Palast, er hat die Küche komplett
verwüstet und hört seit unserer Heimkehr nicht mehr auf zu jaulen
und zu winseln!“ Der Bote fing an zu weinen und wälzte sich wieder
im Dreck.
Die
Prinzessin musste sich setzen. Ihre Mutter verschwand des öfteren,
mal um spazieren zu gehen, mal um in Ruhe ihr Pfeifchen zu rauchen,
doch niemals ließ sie ihre geliebte Kira alleine im Palast!
Melliwin
eilte heran, ihr langes schlumpfblaues Haar wehte hinter ihr her.
„Was ist los, liebste Hanni? Und warum küsst dieser Mann den
Boden?“
„Es
scheint als sei meine Mutter entführt worden, Melli. Ich muss sofort
aufbrechen.“
Hanni
umarmte ihre Freundin zum Abschied, dann ging sie zu ihrem treuen
Reittier, dem Einhorn
Carhartto, raffte die Röcke ihres Kleides und schwang sich auf
seinen Rücken. Ohne zurück zu schauen preschten sie die Straße
entlang und ließen nichts als einer Staubwolke zurück.
Mosha
tanzte zu einer Musik die nur sie hören konnte. Sie war immer noch
auf ihrer Lichtung und im Dämmerlicht flatterte ein bunt leuchtender
Feenschwarm um sie herum.
Die
Welt bestand aus Lichtern und Farben, alles war bunt und tanzte mit
ihr. Hinter
ihr huschte eine kleine, hässliche Gestalt durch den Wald, warf der
Prinzessin ein wissendes Lächeln zu und verschwand. Ihr
wurde ihr schwindelig und sie kippte hintenüber. Lachend beobachtete
sie den Mond, der wie Pacman versuchte die Sterne zu fressen.
Als sie einige Stunden, immer
noch leicht benebelt, in den Palast zurückkehrte wurde sie von einer
völlig aufgelösten Hanni auf dem Schlosshof begrüßt.
„Mosha,
Mutter wurde von den Trollen
in die Unterwelt verschleppt! Sie verlangen ein
Lösegeld!
Oh, es ist alles so schrecklich... Wo warst du denn nur? Und was zur
Hölle ist mit die passiert? Dein Haar sieht aus als hättest du mit
einem Baum gerungen!“
Benommen, verwirrt und leicht
schielend
blickte Mosha ihre Schwester an und versuchte den Sinn der Wörterflut
zu verstehen. Als es ihr gelang, wurde sie etwas klarer.
„Was
verlangen sie? Wir werden es ihnen einfach geben, wir haben doch
alles!“
Die
beiden machten sich auf den Weg in das Gebäude. „Was die gierigen
Trolle verlangen haben wir nicht, Mosha.“ erklärte Hanni. „Sie
wollen das mystische grüne
Gold als
Tausch für Mutter, es ist geheimnis-umwoben und keiner weiß wo
genau es zu finden ist. Doch es kommt in vielen Sagen vor, angeblich
ist es im Gebirge Leppekemmi versteckt. Es soll magische Kräfte
haben und geradezu unschätzbaren Wert!“
Die
beiden berieten sich die ganze Nacht
mit einigen Würdenträgern, und bevor die Sonne aufging und der
erste Hahn krähte hatten sie einen Plan gefasst: Sie, die beiden
Prinzessinnen, würden losziehen und das gewünschte Gold suchen. Die
beiden waren am besten für eine solche Unternehmung geeignet, jeder
im Königreich würde sie unterstützen, sie waren von ihrer
Schönheit abgesehen, unauffälliger als ein Trupp Soldaten und beide
waren gute Reiter und Kampferprobt. In ihrer Abwesenheit würde ihre
Tante Ninina Forsbachien regieren.
Gegen Mittag würden sie
aufbrechen.
Als alles gepackt war,
sattelte Hanni ihr Einhorn und Mosha stieg auf Kira, die Wölfin
würde sie zusätzlich beschützen. Hanni verstaute die Karten in
ihrer Satteltasche und so brachen sie auf.
Das Gebirge Leppekemmi lag
westlich von Forsbachien und war eines der größten der Welt. Es war
bekannt für steile Hänge, die selbst geübte Wanderer in die Knie
zwangen, riesige, unerforschte Wälder und wilde Tiere. Dort war die
Heimat von den gefürchteten Krühen, riesige schwarz- weiße
Kreaturen mit Hörnern, die weiße Säure auf ihre Opfer verspritzen
konnten. Doch es gab auch einige Dörfer und Häuseransammlungen, wo
Menschen lebten, die allerdings als sehr seltsam galten weil die
komisch redeten, seltsame Rituale und Traditionen pflegten und da
dort seit Ewigkeiten die gleichen Familien lebten, waren die
Stammbäume sehr verstrickt.
Und diese unwirtliche und
gruselige Gegend war also ihr Ziel.
Schweigend und müde ritten
die beiden Prinzessinnen nebeneinander durch den riesigen
Königsforst. Sie waren nun seit 3 Tagen unterwegs und würden ihn
bald durchquert haben. Was sie dahinter erwartete wussten sie beide
nicht.
„Lass
uns rasten Mosha, ich kann nicht mehr.“ Hanni schnalzte mit der
Zunge und Carhartto hielt an. Mosha ließ sich neben ihrer Schwester
von Kira gleiten. „Morgen
werden wir den Wald verlassen. Was machen wir dann?“ fragte Mosha
während sie sich daran machte ein Feuer zu entfachen. „Wir fragen
uns durch. Wir schaffen das schon, Moshi.“ Hanni hatte sich
dasselbe auch schon gefragt und war wirklich ratlos, doch sie merkte
dass ihre kleine Schwester ängstlich war und versuchte sie zu
beruhigen.
Hanni, die eine
hervorragende Köchin war, bereitete ihnen ein Abendmahl aus Pilzen
zu, die Mosha gesammelt hatte. Später legten sie sich schlafen,
Hanni fühlte sich seltsam. Alles bewegte sich und schwankte, änderte
die Farben. Sie kniff die Augen fest zu und hörte neben sich Mosha
leise kichern.
Mitten in der Nacht wurde
Mosha von einem Geräusch geweckt. Jemand schlich über die Wiese und
murmelte dabei leise für sich hin. „Wer ist da?“ rief Mosha in
die Dunkelheit. Die Gestalt, die gerade am Feuer stand, drehte sich
zu ihr um und Mosha konnte sie im Licht der Flammen etwas besser
erkennen: sie war geradezu lächerlich klein, hässlich und komplett
rosafarben. Ihre Haut, ihre Augen, ihre Kleidung: alles war rosa!
„Wer bist du?“ fragte Mosha argwöhnisch.
„Ich bin deine gute-
Drogen- Fee, mein Kind! Und nun höre mir zu mein Kind. Das Mädchen
mir den Glasaugen, der Mütze und den schönen Brüsten: Ihr müsst
ihr vertrauen, sonst wird es euch seeeehr schlecht ergehen. Wenn du
wieder meine Hilfe brauchst, iss einen der himmelblauen Pilze und ich
werde da sein!“
Und mit dieses Worten
verschwand der kleine Gollum.
Mosha blickte noch einen
Moment verwirrt auf die Stelle wo das Ding gestanden hatte, dann
schlief sie wieder ein.
Am nächsten Nachmittag
verließen sie den Wald. Vor ihnen lag eine weite hügelige
Landschaft, ganz fern am Horizont war das Gebirge zu erkennen. Mutlos
sanken sie auf den Boden. „Wie sollen wir das nur je schaffen? Da
sind wir ja bestimmt 10 Tage hin unterwegs. Bis dahin haben die
Trolle Mutter bestimmt etwas angetan!“ Hanni war verzweifelt.
„Könnten die feinen
Ladies Hilfe brauchen?“ Die Prinzessinnen sprangen alarmiert auf.
Hinter einem Baum kamen 2
abgerissene Gestalten hervor. Eine kleine die einer Katze glich,
jedoch völlig bekleidet war und eine Whiskeyflasche in der Pfote
hielt und ein Mädchen, offenbar die Sprecherin. Sie trug eine Mütze,
eine Brille auf der Nase und unter ihrer Kleidung konnte man
wunderschöne Brüste erkennen. In der Hand hielt sie eine Pfeife, an
der sie ein paar mal zog, während die Prinzessinnen sie musterten.
Mosha fand die beiden auf der Stelle sympathisch.
„Wer seid ihr und was
wollt ihr?“ fragte Hanni unfreundlich.
„Das hier ist der
gestiefelte Kater, und ich...“ begann das Mädchen. „Hör auf
mich immer so vorzustellen!“ schimpfte der Kater „Wie fändest du
es wenn ich dich immer mit 'das Menschlein das Schuhe trägt'
vorstellen würde?!“ Er wandte sich wieder an die Prinzessinnen.
„Verzeiht, meine Damen. Mein Name ist Frederico von Fritzi zu Katzibert, und dieses vorlaute Mädchen hier ist Fjordina von hinterm
Berg. Dürften wir wohl ihre Namen erfahren?“
Völlig perplex starrten die
Mädchen das kleine flauschige Tier an, wie es einen tiefen Schluck
aus seiner Flasche nahm. Schließlich raffte Mosha sich wieder
zusammen. Als sie das Mädchen gesehen hatte, hatte sie sich an die
Worte der seltsamen, rosanen Gestalt in der letzten Nacht erinnert.
„Wir
sind die Prinzessinnen Hanni,“ sie wies auf ihre Schwester „und
Mosha von
Forsbachien. Unsere Mutter, Königin Suggi wurde von Trollen
entführt. Als Lösegeld verlangen sie das mysteriöse grüne
Gold aus
dem Gebirge Leppekemmi. Wir sind aufgebrochen um es zu suchen.“
„Oh, was für ein Zufall!
Von dort kommst du doch, oder Fjordina?“ meinte der Kater.
„Jaaa, aber ich bin aus
keiner von diesen seltsamen Inzest -familien!“ verteidigte sich das
Mädchen. Sie zog an ihrer Pfeife, blies den Rauch in die Luft und
wandte sich wieder an Mosha.
„Wir
hatten beruflich in Bensbronx zu tun und jetzt wieder auf dem Weg ins
Gebirge. Wenn ihr wollt, und uns nicht nervt könnt ihr mit uns
reisen.“